Die rhythmisch orientierte musikalische Früherziehung soll 4- bis 6-jährigen Kindern die Möglichkeit geben, ihr musisches Empfinden nicht nur auf bloßes Lernen zu beschränken, sondern musikalisches Erleben als ganzheitliche Erfahrung zu verstehen, d.h. Musik machen und erleben bedeutet nicht ausschließlich das Erlernen von Instrumentalpraxis und Musiktheorie, sondern zunächst die Erfahrung von Musik als Ausdrucksmittel.
So begleiten uns ganz unterschiedliche Geräusche von der ersten Wahrnehmung an. Zunächst die "Muttergeräusche" für den sich entwickelnden Säugling, danach "Familiengeräusche" bis hin zu den uns tagtäglich begleitenden "Umweltgeräuschen". Auf diesen Wahrnehmungen bauen die ersten musikalischen Übungen auf (welche Geräusche gibt es um uns? Wie kann ich mit mir, meiner Umgebung und gestützt auf das kindliche Alltagserleben Musik machen? Welche Geräusche können wir mit und ohne Hilfsmittel erzeugen? ...)
Auf diesen Lernerfahrungen bauen dann die weiteren Unterrichtsinhalte auf. Einige Beispiele sind da:


1. Kinderlieder werden körperlich dargestellt und musiziert - musikalische Rollenspiele


Die Kinder stellen Liedinhalte mit ihren Körpern dar. Die Kinder begleiten das Lied mit den Händen. Die Kinder begleiten das Lied auf einfachen Instrumenten (Klanghölzer, Klangstäbe, Handtrommel, Triangel, Chicken-shakes...) Anhand der Lieder werden kindgerechte Übungen zu Rhythmus- und Taktempfinden durchgeführt. Außerdem dienen die den Kindern dann bekannten Lieder zum Vertrautwerden mit "musiktheoretischen Grundlagen" (musikalische Parameter wie hoch/tief, laut/leise, schnell/langsam - musikalische Charaktere und Formen...). Werden Fachbegriffe verwandt (piano, forte, Note, Rondo...) finden sie zunächst lediglich Erwähnung als Teil des Ganzen.

2. Verklanglichungen von Bildern, Gedichten, Geschichten, Bilderbüchern.

Die Kinder entwickeln (komponieren) Musiken zu ihnen vorgelegten Anschauungsmaterialien.

3. Bildliche Darstellung von Musik

Den Kindern werden Lieder/ Musikstücke vorgestellt. Sie sollen sie dann als Bild wiedergeben, wobei die Wiedergabe entweder frei gestaltet werden kann, oder eine Darstellungsweise vereinbart wird. Die Darstellung erfolgt nicht immer mit Block und Stiften sondern es werden auch Tücher und andere Rhythmikmaterialien eingesetzt.

4. Rhythmisch-musikalische Spiele

Alles, was der Mensch erlebt, geschieht in einer gewissen Zeit und in einem Raum. Bewegung - körperlich und geistig - wird durch Kraft verursacht. Diese Phänomene Raum, Kraft und Zeit werden in der rhythmischen Erziehung sehr bewusst eingesetzt, mit dem Ziel, die Kinder in ihrer gesamten Persönlichkeit zu erfassen und zu fördern. Den Kindern sollen möglichst viele Erlebnis- und Erfahrungsmöglichkeiten geboten werden, die sie aus dem Unterricht mit hinaus in ihren Alltag nehmen können; außerordentlich wichtig ist dabei, dass die rhythmische Erziehung im Alltag der Kinder fußt. Aus diesem Grund beschreiben die Inhalte der eingesetzten Lieder häufig den Kindern bekannte Lebenssituationen (..ach, wie bin ich müde; wenn ich glücklich bin; es regnet...). Jedes Kind wird in seinem Erleben und Lernen dort abgeholt, wo es selbst steht. Die Ansätze der einzelnen Unterrichtseinheiten sind so angelegt, dass für jedes Kind die richtige "Startposition" zu finden ist.

Man unterscheidet rhythmisch-musikalische Spiele ohne Gerät, d.h. rein körperlich-sprachlich-stimmliche Darstellung und rhythmisch-musikalische Spiele mit Gerät, d.h. Einsatz von Tüchern, Seilen, Bällen, Ballons, Reifen, Bändern...). Beiden Spielformen gleich sind die Lernziele. Geschult werden sollen Ordnungssinn, Gedächtnis, Beobachtungsvermögen, Konzentration und Koordination, Kommunikation und Gemeinschaftssinn, Gehör, Reaktion und Feinmotorik. In Gruppenarbeiten werden Verantwortungsgefühl für Partner oder Gruppe, Sensibilität für andere Kinder und die eigene Kontaktfähigkeit gefördert. Aus diesen Bewegungsspielen kann sich im Laufe der Unterrichtseinheiten der Kindertanz mit vereinbarten und/oder vorgegebenen Tanzformen entwickeln. Aufgrund der vielfältigen Erfahrungsmöglichkeiten für die Kinder wird dem rhythmisch-musikalischen Spiel bei der Lehrstoffverteilung breiter Raum eingeräumt. Kindliche Entwicklungsprozesse können aktiviert, unterstützt, gefördert, gelenkt und korrigiert werden, wobei für die Kinder im Erleben das Spiel im Vordergrund bleibt. So hat das Kind Gelegenheit und Zeit (!) zum Entdecken, Erfühlen und zur tätigen Mitarbeit. Intensiviert wird der Lernerfolg noch durch den Wechsel von Spannung und Entspannung. Durch das Zusammenwirken all dieser Faktoren kann die freudige Aufmerksamkeit der Kinder über lange Zeit aufrechterhalten werden.

5. Medititation

Die Kinder lernen Musik nicht nur als Bewegungsanimation kennen, sondern erfahren und erleben Musik auch als Entspannungsmittel. Gemeinsam geht die Gruppe - musikalisch unterstützt - sowohl auf inhaltlich geführte als auch individuelle, freie Traumreisen. So lernen die Kinder sich auf die beruhigende und ausgleichende Wirkung von Klängen und Tönen einzulassen.

6. Instrumentenkunde

ist ein weiteres Lernziel rhythmisch-musikalischen Früherziehung, wobei optisches Kennen- und akustisches Erkennen-Lernen im Vordergrund stehen. Im Unterricht aktiv eingesetzt werden Schlag- und Percussions- sowie Orff-Instrumente im Rahmen der vorher beschriebenen Lernziele.
Großen Einfluss auf das Lernprogramm hat die Lerngruppe selbst. So ist nicht daran gedacht, Lerninhalte "durchzuziehen", sondern unter Berücksichtigung der Individualität eines jeden Kindes im Rahmen der Gruppe den Unterrichtsstoff mit den Kindern zusammen zu erarbeiten.

Oberste Zielsetzung der rhythmisch-musikalischen Arbeit ist, in den Kindern die Freude am musikalischen Ausdruck zu wecken und zu erhalten. Die Lust, sich musikalisch auszudrücken ist die beste Grundlage für den späteren Instrumentalschüler, die Freude an der Kommunikation mit seinem Instrument und die Kommunikation durch sein Instrument zu finden und zu bewahren.

Nach den zwei Jahren Musikalische Früherziehung haben die Kinder die Möglichkeit in einer von uns angebotenen Bläserklasse ein Instrument zu erlernen.

Infos hierüber entnehmen Sie bitte auf den zu gehörigen Seiten.  
 


Flyer - Musikalische Früherziehung


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